Donnerstag, 28. Oktober 2010

Die 10 Gebote von Otmar Alt = 10 Gebote für den Kunstunterricht

Hab gerade die 10 Gebote von Otmar Alt entdeckt und denke, dass die sich gut als "Regeln" für den Kunstraum eignen würden...


Die 10 Gebote von Otmar Alt 
  1. Folge Deiner Kreativität

  2. Lass Dich inspirieren

  3. Denke quer

  4. Probiere etwas Neues

  5. Schöpfe aus Deiner Fantasie

  6. Lache viel und gern

  7. Schätze Schönes

  8. Liebe die Natur

  9. Gib etwas weiter

10. Fühle Dich frei

Kommentare:

  1. danke Christian!!!

    Es ist schön zu SEHFÜHLEN, wie du diese Gebote als Grundlage für deinen Kunstunterricht nimmst und so Kunst lebst und die Antennen der Kinder für Kunst sensibilisieren möchtest.

    So schmeckt mir Kunst ganz gut.

    Und danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

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  2. Wenn ich sowas lese wird mir schlecht. Der Beruf Lehrer ist nicht für Menschen gedacht, die mit ihrer Kunst kein Geld verdienen können und eine Festanstellung suchen. Er ist nicht gedacht für selbsternannte Gutmenschen und Möchtegernfreigeister, die den Kindern Spaß an Kunst und Kreativität aufzwängen wollen.
    Er ist für Menschen gedacht, die junge Menschen auf dem Weg zur Mündigkeit mit Wissen ausstatten wollen. Im Kunstunterricht geht es darum Fertigkeiten und Wissen zu vermitteln: Konzentrationsfähigkeit, Fingerfertigkeit, Materialkunde, Zeichentechniken, Perspektiven, Grundlagen der Architektur, Kunstgeschichte, Stile bekannte Künstler. Es geht außerdem darum zu erklären was die zweite Deutungsebene ist, und wie man Bilder interpretieren kann. Es braucht also im Kunstunterricht genau wie in jedem anderen Fach, oder wahrscheinlich sogar noch mehr: feste Methoden, harte Regeln, vorbereitete Stunden und geprüftes Wissen statt wilder Rumbastelei. Das alles sind Dinge, die man auch objektiv prüfen kann, wie es sich für Schulstoff gehört. Es geht darum, dass man den Schülern das Rüstzeug mitgibt das sie brauchen, falls sie sich zu Hause - auch im Bereich der Kunst - selbst entfalten möchten. Falls sie selbst - auch im Bereich der Kunst - kreativ betätigen wollen. Falls sie denn das möchten. Es ist auch vollkommen in Ordnung, wenn man Kunst nicht mag und langweilig oder belanglos findet, wie ca. 70% der Bevölkerung, deren Leben deshalb bestimmt nicht weniger erfüllt ist. Und Kreativität gibt es in jedem anderen Fach auch, sie sieht da nur anders aus. Wer das nicht glaubt kann das gerne mal dem nächsten Deutschlehrer sagen.
    Statt dessen steht hier der Lehrer muss nur "frei genug" denken und "viel lachen" und alles wird gut. Kreativität und Interesse sind erstens keine Pflicht, und zweitens lassen sich nicht erzwingen. Auch wenn sich der Lehrer noch so viele ach so kreativ-quergedacht-neue Projekte einfallen lässt, so bleibt es für den Schüler doch immer eine unfreiwillige Arbeit zu einem fremden Thema. Unterricht, in dem man aber das Gefühl hat methodisch etwas gelernt zu haben ist allemal spannender, als ein unpersönliches Bild nach dem anderen so gerade eben fertig zu malen. Wahre Kunst entsteht frei aus dem Schüler heraus, außerhalb der Schule. Diese Weichspülerregeln führen höchstens dazu, dass Kunstunterricht als lästig angesehen wird: anderer Leute Träume basteln und dabei nichts lernen.

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  3. Danke für dein Kommentar! Ich muss dir in vielen Dingen die du geschrieben hast zustimmen! Wie du schreibst geht es im Kunstunterricht darum
    "Fertigkeiten und Wissen zu vermitteln: Konzentrationsfähigkeit, Fingerfertigkeit, Materialkunde, Zeichentechniken, Perspektiven, Grundlagen der Architektur, Kunstgeschichte, Stile bekannte Künstler. Es geht außerdem darum zu erklären was die zweite Deutungsebene ist, und wie man Bilder interpretieren kann. Es braucht also im Kunstunterricht genau wie in jedem anderen Fach, oder wahrscheinlich sogar noch mehr: feste Methoden, harte Regeln, vorbereitete Stunden und geprüftes Wissen statt wilder Rumbastelei".

    Das ist soweit richtig und wird Alles!!! auch in meinem Kunstunterricht den Schülern vermittelt, bzw. von den Schülern selbst erlernt. Natürlich immer orientiert an den Fähigkeiten der Schüler. Es gibt zu jeder Einheit (welche ich auch in methodischen Reihen plane) klare Lernziele und festgelegte Kompetenzen die die Schüler erwerben sollen. Teilweise sogar soweit, dass für fast jeden Schüler eigene Lernziele formuliert und anschließend abgerechnet werden. Dazu werden dann auch passende Methoden ausgewählt, sich an Regeln gehalten und Wissen wieder und wieder abgeprüft. Nach jeder Stunde gibt es eine Auswertung der vorher festgelegten (und an der Tafel sichtbaren) Kriterien, in der die Schüler ihr (Zwischen-) Ergebnis, die Arbeitstechniken, ihre Fortschritte und ihr Arbeitsverhalten reflektieren. Ich muss dir also wiedersprechen, dass es sich in meinem Gestaltenunterricht um wildes rumgebastel handelt! und die Schüler dabei nichts lernen. Allerdings kann es bei meinen Schülern schonmal ein Schuljahr dauern, bis sie die Schere richtig halten, die Farben rot, blau und grün unterscheiden, sich 3 Minuten konzentrieren können (wenn sie nicht mit Pillen vollgestopft wurden), einen vollständigen Satz sprechen, oder groß und klein unterscheiden können.

    "Er ist nicht gedacht für selbsternannte Gutmenschen und Möchtegernfreigeister, die den Kindern Spaß an Kunst und Kreativität aufzwängen wollen."

    Ich bin sicherlich kein Moralapostel, der den Kindern Spaß an Kunst und Kreativität aufzwängen will, aber ich will sie dazu motivieren, Spaß an der Gestaltung der Umwelt zu haben und sie merken zu lassen, dass sie selbst etwas verändern und machen können. Und dazu benötigen sie natürlich die von dir beschriebenen Fähigkeiten und Kenntnisse, die der Kunstunterricht vermittelt muss. Aber auch andere Kompetenzen wie sie zum Beispiel auch von der BNE (siehe Gestaltungskompetenz) gefordert werden, welche nunmal nicht in dem von dir beschriebenen DDR Kunstunterricht entwickelt werden, und auch nicht so einfach überprüfbar sind, da es sich um Einstellungen handelt. Hinzu kommt noch, dass auch an den basalen Fähigkeiten viel gearbeitet werden muss, die andere Schüler größtenteils schon in die Schule mitbringen.

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  4. Anbei mal ein kurzer Ausschnitt aus meinen (Sachsen-Anhalts) Rahmenrichtlinien, die meines Erachtens auch das wiederspiegeln, was in meinem Gestaltenunterricht geschieht: "Ausgehend von den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler werden Themen aus der Lebenswirklichkeit aufgegriffen, die ein kreatives Gestalten ermöglichen. Das Fach Gestalten führt damit die Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit zu
    bewussten ästhetischen und technischen Erfahrungen. Den Schülerinnen und Schülern werden in der praktischen Tätigkeit Freiräume eröffnet, eigenständige Lösungs- und
    Gestaltungsvarianten durch den Bezug zu bedeutenden Kunstwerken, Künstlern, Bauwerken
    und technischen Objekten zu realisieren."

    Ach ja, und die Regeln waren auch nicht für den Lehrer gedacht, sondern eher für die Schüler - neben den herkömmlichen Klassenraumregeln! Und ich sehe nachwievor nichts negatives an Otmar Alts "Lebensregeln". Oder was ist daran schlecht, wenn man seiner Kreativität folgt (und nicht der anderer!), wenn man sich inspirieren lässt (es gibt so viel schönes (und auch schlechtes!) auf der Welt, wovon man sich inspirieren lassen kann! Oder etwas für die Natur übrig hat, oder aus seiner eigenen Fantasie schöpft, anstatt auf die Fantasien anderer (Spielehersteller, Schriftsteller,...) zurückzugreifen.

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  5. ...und nopchmal zum Thema "rumbasteln" und "wilde Rumbastelei": Schau dir bitte die verschiedenen Posts auf meinem Blog an und suche dir irgendeins raus! Dann werde ich dir die entsprechenden herausgebildeten prozessbezogenen, inhaltsbezogenen und förderspezifischen Kompetenzen nennen. Und ich kann dir jetzt schonmal verraten, du findest hier nichts, wobei die Schüler nichts gelernt haben!!!

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